Experiment Wissen.
Wissenstransfer in der Kulturellen Bildung gemeinsam gestalten.
14. Tagung des Netzwerks Forschung Kulturelle Bildung
16. – 18. März 2023, Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel

Der Call for Paper ist gestartet: Bis zum 25. Novemer 2022 können Sie Vorschläge für Beiträge und Formate einreichen. Beteiligen Sie sich an dieser dialogischen und offenen Tagung! Hier finden Sie den Call.

Kulturelle Bildung lebt von der Vielfalt ihrer Akteur*innen und Wissensformen. Die Tagung schafft einen offenen Raum, um in Dialog über Forschungs- und Praxisperspektiven auf Wissenstransfer sowie über die mit ihnen verbundenen Prozesse und Formate zu kommen: forschend, künstlerisch, nachdenkend, reflektierend, erprobend!

Kulturelle Bildung ist in den vergangenen 20 Jahren nicht zuletzt durch diverse Förderaktivitäten zu einem vielschichtigen Praxis- und Forschungsfeld gewachsen, das sich immer weiter ausdifferenziert. Es zeichnet sich durch eine große Heterogenität aus. Akteur*innen Kultureller Bildung haben nicht nur vielfältige methodische und spartenbezogene Ansätze, sondern arbeiten in verschiedenen Systemen und Kontexten. Aus ihren spezifischen Handlungslogiken ergeben sich bezüglich Kultureller Bildung unterschiedliche Diskurse und Verständnisse, Arbeits- und Sprechweisen sowie Haltungen und Orientierungen (vgl. Hartmann, Kleinschmidt, Schüler 2021). Auch die wissenschaftlichen Bezugsdisziplinen, theoretischen Grundlagen und Forschungsansätze sind divers. Dieser Reichtum ist eine große Stärke des Feldes. Er erfordert zugleich, Akteur*innen und ihr Wissen sichtbar zu machen, miteinander in Resonanz zu bringen sowie Wissenstransfer gemeinsam zu gestalten.

Wissen und Transfer
Wir legen für die Tagung einen offenen Wissensbegriff an: Subjekte sind situiert und haben daher spezifisches ‚situiertes Wissen‘ (nach Donna Haraway 2001). Wir heben damit die individuelle Positionierung der Akteur*innen innerhalb unterschiedlicher Kontexte hervor. Dieser Begriff erkennt die Multiperspektivität und Vielfalt von Wissen und seiner Verkörperung an. Das inkludiert unterschiedliche Formen von Wissen und Wissensproduktion, wie Erfahrungs- und Handlungswissen, wissenschaftliche, künstlerische, pädagogische, methodische, organisatorische Wissensformen, Praktiken und Erkenntnisse uvm., die sich auch jenseits von verbalsprachlichen Formen materialisieren können.

Daran anknüpfend legen wir einen weiten Transferbegriff zugrunde, der unterschiedliche Dimensionen von Transfer adressiert:

  • Austausch- und Begegnungsprozesse, welche das jeweilige Wissen anerkennen, bestehende Wissensordnungen und Kanonbildung befragen und das gemeinsame Teilen fokussieren
  • kollektive, partizipative und/oder innovative Formate zur gemeinsamen Wissensgenerierung und Forschung (z. B. praxis-, team-, dialog- und kunstbasierte sowie künstlerische Forschung)
  • wechselseitigen dialogischen und reflexiven Transferprozess von Erkenntnissen zwischen Praxis und Forschung im Prinzip der Zweibahnstraße
  • Dissemination von Informationen in Praxis und Forschung bzw. als Wissenschaftskommunikation
  • Vermittlungspraxis zwischen Lehrenden und Lernenden, zwischen Begleitenden und Teilnehmenden,...

Unter dem Titel „Experiment Wissen“ laden wir ein, diesbezügliche Fragestellungen, Erkenntnisse und Erfahrungen zu teilen und gemeinsam über Perspektiven und Formen von Transfer in den Austausch zu treten. Wir möchten Praxen und Bedingungen gelungenen und auch gescheiterten Wissenstransfers in der Kulturellen Bildung und in angrenzenden Feldern diskutieren und befragen. Ziel ist es, einen Beitrag zur Weiterentwicklung der gemeinsamen Forschungs- und Praxislandschaft zu leisten.

Ein Grundverständnis der Tagung als einem offenen Raum und Prozess bietet den Teilnehmer*innen die Möglichkeit, sich anhand von Impulsen und in Austausch- und Erprobungsräumen zu diesem Thema praktisch-forschend, reflektierend und dialogisch zu bewegen.

Hintergrund
Das Projekt Witra KuBi widmet sich der Frage, wie Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis im Feld der Kulturellen Bildung gelingen kann. Seit Ende 2020 hat sich der Verbund aus Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel (ba·) und IU Internationaler Hochschule Stuttgart mit der Fragestellung explorativ auseinandergesetzt. Beim Verbundprojekt handelt es sich um ein vom BMBF gefördertes Projekt, mit einer Laufzeit von 2 Jahren. In diesem Zeitraum entwickelte die ba· verschiedene Veranstaltungsformate für Wissenstransfer in der Kulturellen Bildung und führte diese 2021 und 2022 durch. Die unterschiedlichen Transferformate (kollegiale Beratungsworkshops, Tagungen, Austausch- und Vernetzungsformate) wurden als analoge und digitale Veranstaltungen und Settings konzipiert und erprobt. Die gewonnenen methodischen und empirischen Erkenntnisse bilden die Rahmung der 14. Netzwerktagung.
www.witra-kubi.de

Kontakt
Anne Hartmann
Witra KuBi - Wissenstransfer in der Kulturellen Bildung
Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel e.V. 
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Committee
Christina Biundo, Jenny Bohn, Luise Fischer, Elke Harnisch-Schreiber, Anne Hartmann, Kerstin Hübner, Stephan Kaps, Nina Kolleck, Sarah Kuschel, Vanessa Reinwand-Weiss, Julian Scheuer, Lisa Unterberg

Literatur
Hartmann, Anne/Kleinschmidt, Katarina/Schüler, Eliana (2021): Subjekte Kultureller Bildung. Empirische Forschung zu Bildungsprozessen in Tanz, Theater und Performance. München.

Haraway, Donna (2001): Situiertes Wissen. Die Wissenschaftsfrage im Feminismus und das Privileg einer partialen Perspektive. In: Hark, Sabine (Hrsg.) (2001). Dis/Kontinuitäten: Feministische Theorie. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften. S. 305–322.

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