Die gemeinsame Tagung des Netzwerks Forschung Kulturelle Bildung, der DGfE-Sektion Medienpädagogik und des Forschungsprojektes DiKuBi-Meta des Lehrstuhls für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Kultur und ästhetische Bildung an der FAU Erlangen-Nürnberg brachte im März 2021 Forschende aus der kulturellen Bildung, der Kunst- und Medienpädagogik zusammen, um gemeinsam neue Perspektiven für Forschung und Praxis zu diskutieren und Kooperationsmöglichkeiten zu sondieren. Die Zusammenarbeit wird nun im Rahmen des Arbeitskreises "Ästhetik – Digitalität – Kultur" fortgesetzt.

Gemeinsam mit der Wissenschaftlichen Sozietät Kunst Medien Bildung wurde der Arbeitskreis innerhalb der DGfE-Sektion Medienpädagogik initiiert, um dort einen Ort für disziplinübergreifende Austausch- und Vernetzungsformate zu schaffen und sich aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive mit den tiefgreifenden sozialen und kulturellen Veränderungen im Zuge der Digitalität zu befassen. Die Ausrichtung sowie die Zielsetzung des Arbeitskreises wurden in Form eines Mission Papers (s.u.) auf dem Blog der Sektion Medienpädagogik festgehalten.

Mission Paper: Arbeitskreis „Ästhetik – Digitalität – Kultur“

Digitalisierung verändert Wissens-, Kommunikations- und Gemeinschaftsformen ebenso wie Denkweisen, Identitätskonstruktionen, Affekte, Wahrnehmungs- und Artikulationspraktiken sowie ästhetische Erfahrungsräume. Aus der globalen Veralltäglichung und Universalisierung digitaler Strukturen und den damit einhergehenden gesellschaftlichen und kulturellen Transformationsprozessen ergeben sich damit auch tiefgreifende Rekonfigurationen erziehungswissenschaftlicher Kernthemen. Um dem komplexen Gegenstandsbereich digitaler Transformation theoretisch und methodisch angemessen begegnen zu können, bedarf es daher einerseits dezidiert erziehungswissenschaftlicher Querschnittsperspektiven, die es erlauben, historisch manifestierte Grenzziehungen zwischen einzelnen pädagogischen Teilbereichen zu hinterfragen. Andererseits lassen sich die vielschichtigen Veränderungsprozesse auch nur durch den Einbezug transdisziplinärer Bezüge in ihrer ganzen Breite erfassen und verstehen.

Der organisatorisch an die Sektion Medienpädagogik angebundene Arbeitskreis "Ästhetik – Digitalität – Kultur" möchte innerhalb der DGfE einen Ort etablieren, an dem entsprechende Perspektiven systematisch und kontinuierlich miteinander in Verbindung gebracht und die hierfür unabdingbaren Übersetzungs- und Verständigungsprozesse zwischen den verschiedenen (teil-)disziplinären Traditionslinien in programmatischer Weise sicht- und verhandelbar gemacht werden können.

Seine Arbeit zielt dabei insbesondere auf den Aufbau und die Verstetigung eines offenen Diskursraums, der es einerseits erlaubt Perspektiven der Medienpädagogik/-bildung mit jenen der Kulturellen, Ästhetischen und Künstlerischen Bildung zu verschränken und das skizzierte Forschungsfeld andererseits für (neue) Bezugshorizonte im Bereich der technik-, kultur- und geisteswissenschaftlich orientierten Fächer, wie etwa der Medienwissenschaft, der (Kultur-)Informatik, der digitalen Kulturanthropologie und den vielen Bereichen der Cultural Studies (new materialism, gender– und post-colonial studies, visual culture etc.) zu öffnen. Ein besonderes Augenmerk wird daher u.a. auch auf den inter- und transdisziplinären Ansätzen der digital, software und design studies liegen, die in den letzten Jahrzehnten bedeutende und hoch anschlussfähige Perspektiven für die erziehungswissenschaftliche Forschung und Theoriebildung eröffnet haben. Im Schnittfeld von erziehungswissenschaftlichen sowie medien-, technologie-, kultur- und ästhetiktheoretischen Betrachtungsweisen sollen darüber hinaus auch innovative, transdisziplinäre Methodologien und Analyseansätze – bspw. auch unter Einbezug künstlerischer und designorientierter Forschungszugänge – diskutiert, (weiter-) entwickelt und für erziehungswissenschaftliche Zusammenhänge und Fragestellungen fruchtbar gemacht werden.

Im Rahmen von auf Vernetzung und Austausch angelegten regelmäßigen interdisziplinär konzipierten Arbeitstreffen, gemeinsamen (Journal-)Herausgeberschaften, Beiträgen zu etablierten Tagungsformaten sowie der Ausrichtung von Joint Conferences mit den thematisch einschlägigen Forschungsnetzwerken – insbesondere dem "Netzwerk Forschung Kulturelle Bildung", der "Wissenschaftlichen Sozietät Kunst Medien Bildung e.V." und dem Magdeburger Theorieforum – sollen im Laufe der nächsten Jahre Positionierungsangebote für etablierte Forschende ebenso wie für Qualifikand_innen geschaffen werden, die – aus einer konsequent ästhetisch-kulturtheoretisch informierten Perspektive heraus – die strukturelle und inhaltliche Basis für die Entwicklung von zukunftsfähigen, innovativen, der Komplexität der Forschungsgegenstände angemessenen, inter- und transdisziplinären Forschungsprogrammatiken und -kooperationen bilden können.

Initiator_innen: Patrick Bettinger, Benjamin Jörissen, Tanja Klepacki, Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss, Claudia Rosskopf, Klaus Rummler, Manuel Zahn

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