Forschungskolloquium Vol. 12
„Ich habe einen Ruf vernommen“

Zum nun 12. Mal kamen im Rahmen des Kolloquiums Nachwuchswissenschaftler*innen aus dem deutschsprachigen Raum zusammen, um gemeinsam Fragen Kultureller Bildung und ihrer Erforschung zu verhandeln. Neben der wissenschaftlichen Begleitung, die dieses Mal von Prof. Dr. Fabian Hoffmann, Prof. Dr. Juliane Gerland und Dr. Tobias Fink übernommen wurde, waren einige bekannte, aber vor allem viele neue interessierte Nachwuchswissenschaftler*innen und Gäste anwesend. Die Atmosphäre gestaltete sich wie gewohnt kritisch-konstruktiv. Die Bandbreite des zu Diskutierenden war erneut weit gefächert und erstreckte sich von der Präsentation erster Gedanken zu Dissertationsvorhaben und Gliederungen über die konkrete Arbeit am erhobenen Datenmaterial bis hin zur expliziten Würdigung abgeschlossener Promotionsprojekte.

Besonders diskutiert wurden die spezifischen Erkenntnispotenziale diverser Erhebungsmethoden: Für welche Forschungsfrage und welches Erkenntnisinteresse eignet sich welches Instrument? Was sind beispielsweise die Spezifika videografischer Daten, teilnehmender Beobachtung oder narrativer Interviews? Welche theoretische Verortung legt welche Methode nahe? Wo könnte es eventuell sinnvoll sein, auf eine Feldforschung zu verzichten und rein hermeneutisch zu arbeiten? Darüber hinaus wurde mehrfach eine internationale Perspektive fokussiert und gefragt, welche Diskurse zwar unterschiedliches Vokabular, jedoch inhaltlich Schnittmengen aufweisen und welche Konsequenzen dies möglicherweise für die jeweiligen Forschungsvorhaben mit sich bringen könnte.

Nicht zuletzt in den gemeinsamen Pausen, beim Essen und beim abendlichen Ausklang wurden zudem die großen Fragen nach dem Wesen der Kunst sowie der Kulturellen Bildung im Kontext radikaler Digitalisierung gestellt. Auch die aktuellen Debatten um Sexismus im Kulturbetrieb (#metoo, #notsurprised) schlugen sich in den Gesprächen nieder, so dass auch hier ein kritischer Blick in den eigenen Sektor geworfen und Erfahrungen ausgetauscht wurden.

Im Feedback zeigte sich, dass alle Anwesenden die drei intensiven Tage als gleichermaßen produktiv wie inspirierend empfanden. Unabhängig davon, ob man an ein konkretes Forschungsprojekt an einer Hochschule angebunden ist oder sich nach langjähriger Praxistätigkeit als freie*r Promovend*in der Forschung widmet – die Motivation der Gruppe fasste eine Teilnehmerin treffend zusammen: „Ich habe einen Ruf vernommen, etwas wofür die Welt mich braucht: dem folge ich.“

Constanze Schulte