Forschungskolloquium Vol. 10
"Ich suche weiter und komme wieder" #Austausch #Energie #Bubble

Zum bereits 10. Treffen des Forschungskolloquiums „Kulturelle Bildung“ kamen vom 13.-15. März 2017 20 neugierige Wissenschaftler*innen an der Bundesakademie Wolfenbüttel zusammen, um gemeinsam über Kulturelle Bildung in all ihren Facetten zu diskutieren und intensiv nachzudenken. Die Motivation der Teilnehmer*innen deckte auch dieses Mal ein großes Spektrum ab: Es gab Raum, um als Gast in einem geschützten Rahmen erste Dissertationsideen zu äußern, bereits erhobenes empirisches Material zur Diskussion zu stellen , eine Probedisputation zu halten, neuem Input zu lauschen , sich davon inspirieren zu lassen oder sich an eine abgeschlossene Dissertation anschließende Forschungsgedanken weiterzuverfolgen (u.a. Wirkungen in der Kulturellen Bildung, pädagogische Kunstkommunikation).

Die wissenschaftliche Begleitung übernahmen erneut Prof. ‘in Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss, Prof. ‘in Dr. Juliane Gerland, Prof. Dr. Fabian Hofmann sowie Dr. Tobias Fink.

Ich war als Neuling in der Rolle des Gasts dabei und konnte viele neue Eindrücke sammeln: So herrschte die zwei Tage eine konzentrierte, durchweg angenehme, kollegiale und wertschätzende Atmosphäre, die es erlaubte, trotz unterschiedlichster Heimatdisziplinen, an einem gemeinsamen Thema zu arbeiten. Die Bereitschaft der Teilnehmer*innen, sich in unterschiedlichste Diskurse einzudenken und sich auf neue Gedankenpfade einzulassen, empfand ich dabei als sehr ausgeprägt.

Auch im Rahmen dieses Forschungskolloquiums wurden Fragen der Passung von Theorie – Methoden – Empirie diskutiert – trotz (oder aufgrund) großem Diskussionspotential ist diese „Problematik“ aber spannend und bietet Platz zum Weiterarbeiten und -denken. Auch der Faktor Zeit wurde beleuchtet: So herrschte Konsens darüber, dass (Forschungs-)Dinge einfach gewisse Zeit und Raum brauchen, um sich zu entwickeln und zu wachsen. In diesem Sinne veränderten sich auch die Diskussionen und Gespräche im Verlauf der zwei Tage und wurden beispielsweise beim Abendessen oder Spazierengehen aufrechterhalten. Das Potential von Freiraum und Pausen ist dabei keineswegs zu unterschätzen oder gar als Stillstand zu betrachten, vielmehr als Kreativitätsprozess. Eine Teilnehmerin resümierte am Ende der zwei Tage diesbezüglich äußerst treffend: „Ich habe kaum einen Ort, an dem ich das kann“.

Am Ende waren sich alle Teilnehmer*innen darüber einig, dass das zweitägige Abtauchen in die „Forschungskolloquiums-bubble“ äußerst fruchtbar und inspirierend war, sodass alle mit neuer Energie („Feuer“) und frischen Ideen aus Wolfenbüttel abreisten. Trotz vieler Kilometer Distanz und unterschiedlichster Wirkungsstätten bietet das Forschungskolloquium des Netzwerks immer wieder eine tolle Möglichkeit, um Gemeinsamkeiten und Überschneidungen zu entdecken – diese Interdisziplinarität und Perspektivenvielfalt spiegelt den Ausdruck unserer Zeit!

Und wenn die verspürte Energie doch im Alltag wieder verpuffen sollte, das nächste Zusammenkommen des Forschungskolloquiums Anfang September ist bereits in meinem Kalender notiert!

Carolin Obermeier