Perspektiven und Diskurse junger Kulturakteur_innen

Berliner Stadtbibliothek, Berlin 
29. Oktober 2020

Welche Erfahrungen können wir in Ost- und Westdeutschland teilen und welche Impulse daraus gemeinsam weiterentwickeln? Was nehmen wir aus der Vergangenheit ins Heute mit? Diese Fragen stellen sich uns im 30. Jubiläumsjahr der deutschen Wiedervereinigung drängender denn je. Die Tagung, die in Kooperation der Friedrich-Ebert Stiftung, der Universität Hildesheim und der Zentral- und Landesbibliothek Berlin stattfindet, widmet sich einem Thema, das besondere Erfahrungen der DDR ins Heute bringt: Strategien und Instrumente kultureller Teilhabe und kultureller Bildung.

Durch den staatlichen Auftrag, "Kultur für alle" als Teil sozialistischer Persönlichkeitsentwicklung zu garantieren, wurden in einem engmaschigen System planmäßig niedrigschwellige und sozialräumlich verankerte Aktivitäten der Kulturvermittlung etabliert.

Vor allem über die betriebliche Kulturarbeit sollten alle Menschen in ihrem Alltag erreicht werden. Kunst und Kulturarbeit waren in einem Spannungsfeld von staatlichen Vorgaben einerseits und individueller Aneignung und Nischen für Gegen-öffentlichkeit andererseits. Die Kunstfreiheit war in der DDR nicht gewährleistet, Inhalte und Formen der Kultur standen unter Kontrolle der SED und unterlagen der Zensur, doch boten die Künste und kulturelle Arbeit auch Möglichkeiten, diese zu umgehen.

Auf der Tagung werden Ergebnisse eines Forschungsprojekts der Universität Hildesheim präsentiert, in dem erstmalig Erkenntnisse über Ziele, Strukturen und Wirkungen von Maßnahmen zur kulturellen Teilhabe in der DDR aufgearbeitet werden. Expertinnen und Experten aus den Bereichen Kulturvermittlung, Kulturwissenschaft, Kulturpolitik und Kunst diskutieren und reflektieren die Maßnahmen für kulturelle Teilhabe und Kulturvermittlung in der DDR aus ihrem Erfahrungshintergrund und setzen Bezüge zur aktuellen Situation. Ein Fokus liegt dabei auf Projekten und Maßnahmen, die nach heutiger Perspektive "kunstferne" Zielgruppen erreichen sollten, insbesondere Kinder und Jugendliche aus nicht-akademischen Elternhäusern sowie Erwachsene aus der Arbeiter- und Bauernklasse.

Weitere Informationen und den Link zur Anmeldung finden Sie hier.

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