Haltung zeigen und Brücken bauen in gesellschaftlich bewegten Zeiten
65. Loccumer Kulturpolitisches Kolloquium

Evangelische Akademie Loccum
21. - 23. Februar 2020

Welche kulturpolitische Aufgaben und Strategien haben Akteure aus Politik, Kunst, Zivilgesellschaft angesichts einer durch den Rechtspopulismus stärker polarisierten Gesellschaft? Wie gehen sie mit Anfeindungen um, wie stellen sie sich selbst auf? Wie können Kulturinstitutionen eine Brückenfunktion in der Gesellschaft einnehmen und einen Beitrag für eine demokratisch-rechtsstaatlich offene Gesellschaft leisten? In Kooperation mit der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V.

Durch die Wahlerfolge der Rechtspopulisten ist der Ton in der politischen Auseinandersetzung schärfer geworden. Auch Künstlerinnen und Künstler sowie Kulturinstitutionen sind in Debatten involviert als Zielscheibe rechter Anfeindungen, als Verteidiger der demokratischen und offenen Gesellschaft, nicht selten auch als Promotoren rechter Gesinnung.

Der Rechtspopulismus ist auch deshalb eine Herausforderung für die Kulturpolitik, weil die Rechtspopulisten die Kultur zu einem Feld der politischen Auseinandersetzung gemacht haben. Die Tagung diskutiert Haltungen, erörtert Strategien und stellt Projekte vor, mit denen kulturpolitisch Verantwortliche, Künstlerinnen und Künstler sowie Kulturinstitutionen die offene demokratisch-rechtsstaatliche Gesellschaft stärken können.

Kultur darf provozieren, aufregen und Finger in Wunden legen. Sie muss dabei nicht jedem gefallen. Kultur lebt von Innovation, die nur durch diese Freiheit möglich ist. Rechtspopulisten stellen die Balance zwischen öffentlichem Auftrag, künstlerischem Engagement und Freiheit der Kultur aber gerne in Frage. Kunst- und Meinungsfreiheit geraten zunehmend unter Druck, wie nicht zuletzt in europäischen Nachbarländern zu beobachten ist. Wie kann auf diese Herausforderung reagiert werden und welche Reaktionen sind angemessen?

Anspruch einer Kulturpolitik, die sich als Gesellschaftspolitik versteht, muss es sein, bei den Lebensrealitäten der Menschen anzusetzen. Sie muss in der Lage sein, die hinter dem Erfolg der Rechten stehenden gesellschaftspolitischen Themen zu verstehen, aufzunehmen und zu bearbeiten. Wo sind dabei die Roten Linien zu extremen Positionen zu ziehen und wo gilt es, in den gesellschaftlichen Dialog zu gehen?

Sie sind herzlich zur Teilnahme eingeladen!

Dr. Albert Drews, Tagungsleiter, Ev. Akademie Loccum
Barbara Neundlinger, Geschäftsführerin, Kulturpolitische Gesellschaft e.V., Bonn
Dr. Stephan Schaede, Akademiedirektor, Ev. Akademie Loccum

Weitere Informationen hier.

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