Forschungskolloquium Vol. 13
„Mut zur (Ver)Änderung“

Zum nun 13. Mal trafen sich im Rahmen des Kolloquiums Nachwuchswissenschaftler*innen, um – im Vorfeld der jährlich stattfindenden Netzwerktagung – gemeinsam entlang unterschiedlicher Themenfelder der Kulturellen Bildung ihre Forschungsvorhaben zu diskutieren. Als wissenschaftliche Begleiter_innen aus dem Koordinierungskreis des Netzwerks waren zu diesem Kolloquium Prof. Dr. Eric Sons, Prof. Dr. Fabian Hofmann und erstmalig auch Prof. Dr. Joachim Ludwig dabei und unterstützten die zahlreiche Runde von Nachwuchswissenschaftler_innen durch ihre Beiträge.

Wie in den vorherigen Forschungskolloquien erprobt, erwies sich auch dieses Mal die Vielstimmigkeit als kritisch-konstruktive Möglichkeit, um über die eigene Forschung nachzudenken. Die Beiträge befanden sich in unterschiedlichen Stadien zwischen ersten Überlegungen über den Forschungsgegenstand und die Forschungsfrage, über gemeinsame Dateninterpretation bis hin zu Präsentationen von Dissertationsprojekten in der Endphase.

Die Themen bewegten sich zumeist in einem Spannungsverhältnis, oft auch zwischen Praxis und Theorie: Kunstvermittlung und Demokratie, Leseförderung und Vergeschlechtlichung, künstlerisch-edukative Projekte zwischen Lehrpersonen und Künstler_innen, kulturelle Bildungsprozesse und Digitalisierung, Sprach- und Stimmkünstler_innen zwischen Kunst und Pädagogik, ...

Schwerpunkte der Diskussion lagen dabei einerseits auf dem Verhältnis zwischen Praxis und Theorie und der Distanznahme zur eigenen Involviertheit gegenüber dem Forschungsgegenstand. Auch das Verhältnis zwischen Forscher_innen und ‚Beforschten‘ war Thema. Wann geraten wir als forschende Praktiker_innen in Versuchung, die Beforschten zu bewerten? Wie können wir uns immer wieder an einen forschend-analytischen Blick erinnern? Und (wie) können wir die Beforschten in den Forschungsprozess einbinden?

Darüber hinaus stand immer wieder das Thema „Mut zur Veränderung“ im Fokus der Diskussionen. Dabei ging es vor allem darum, die Forschungsfrage während des Forschungsprozesses zu modifizieren und weiterzuentwickeln, ausgehend von den Daten. Ein weiterer Aspekt, der immer wieder Thema war, war die Stärke von empirischem Material: Beschrieben wurde die positive Erfahrung, dass das Material oftmals als Wegweiser zum Einsatz kommt, wenn man gerade nicht damit rechnet. Aber auch strukturelle Fragen des Promotionsvorhabens wurden dabei in den Blick genommen: Welches Betreuungsverhältnis macht Sinn für die jeweilige Fragestellung? Welche Herausforderungen hat das Promovieren im Rahmen von Drittmittelprojekten?

Die im Anschluss an das Kolloquium stattfindende Netzwerktagung Auftrag Kunst. Die politische Dimension der Kulturellen Bildung bot dann Raum, Diskussionen fortzuführen, gab zahlreiche – auch kritische – Impulse und forderte ebenfalls den „Mut zur (Ver)Änderung“ heraus.

Silke Ballath und Eliana Schüler