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Jessica Knauer

Informationen
Details
Vorname
Jessica
Nachname
Knauer
Titel der Arbeit
Junge Museumsbesucher als Museumsforscher. Museen aus der Perspektive der Kinder
Kurzabstract

Wie nehmen Kinder im Alter von 7 - 11 Jahren das Museum wahr? Was weckt ihr Interesse und ihre Aufmerksamkeit? Auf welche Art und Weise verknüpfen sich Handlungen, Erlebnisse und ästhetische Erfahrungen (vgl. Dewey 2010) im Museum mit der Lebenswelt der Kinder? Forschungspraktisch-empirisch beschäftigte ich mich in meiner Dissertation mit dem musealen Raum aus der Perspektive der jungen Museumsbesucher mit der übergeordneten Fragestellung: Wie konstruieren Kinder Museum?

Seit der Jahrtausendwende hat sich in der Museumswelt die Idee der sozialen Verantwortung stark verbreitet. Dementsprechend werden Aspekte der gesellschaftlichen Einbindung wie Zu-gang, Repräsentanz und Partizipation für eine nachhaltige Arbeit im Museumsbereich immer wichtiger (Vgl. Meijer-van Mensch 2012). In der musealen Praxis bedeutet dies, dass Museen zu Orten der Begegnung und des Dialogs werden. So schaffen die Museen nicht nur neue soziale Räume, sondern ermöglichen es gerade den jungen Museumsbesucher/innen, sich mit musealen Exponaten sowie Ausstellungsthemen und -inhalten aktiv und reflektiert auseinanderzusetzen (Vgl. Hächler 2012). Doch wie prägt das nachhaltig ihr Bild vom Museum? Wie äußern sich Kinder nach einem Besuch zum Bildungsraum Museum? Welche Reichweite haben die (ästhetischen) Erfahrungen?

Die Münchner Museumslandschaft kann ein breites und buntes Spektrum an Museen vorweisen. Eine genaue Betrachtung und Kartographierung der Museen für Kinder im Raum München gibt Einblicke in die aktuelle museumspädagogische Arbeit und somit in die (ästhetische) Praxis. So gründet die (Fall)Auswahl der Museen auf verschiedene Kriterien, wie ein abwechslungsreiches museumspädagogisches Angebot mit einem kritischen Blick auf personale, interaktive sowie mediale Vermittlungsmethoden für die Besuchergruppe Kinder. Um gezielt der zentralen Fragestellung nachzugehen, steht das Projekt Museumsforscher (ein partizipatives Forschungsprojekt im Rahmen meiner Dissertation) im Mittelpunkt meines empirischen Vorgehens. Anhand eines partizipativen Ansatzes werden die Kinder, bei der Durchführung des Projekts, als Adressaten, Akteure und Forschungssubjekte aktiv am methodisch-induktiv angelegten Forschungsprozess beteiligt. Meine explorative Studie ermöglicht es mir, aus phänomenologischer Perspektive an Interaktion und Erfahrung der Kinder im und mit dem musealen Raum anzuknüpfen. Zentrale Begriffe sind hier Wahrnehmungsprozesse, Aufmerksamkeit, Motivations- und Handlungsantriebe sowie ästhetische Erfahrung. Die Kinder werden zu ihren Erlebnissen möglichst situationsnah im Museum befragt (Gruppeninterview). Ergänzend wird ihnen als Akteure (Aktiv-Mitforschende) ein Aktionsraum eröffnet, der weitere Erhebungsmethoden und -instrumente mit einbezieht. Hier ist die Fotografie gemeint sowie ein Forschungstagebuch, welches jedes Kind im Feld erhält. Mithilfe der Dokumentarischen Methode wird das Datenmaterial ausgewertet.

Ziel der Dissertation ist es, dass Museum aus der Sicht der Kinder zu erforschen, wobei sich das Erkenntnisinteresse auf die Re-Konstruktion der komplexen sozialen Konstruktion von Wirklichkeit im musealen Raum richtet. Methodologisch handelt es sich um einen Wirklichkeitszugang durch den Forschungsstil der Grounded Theory. Die Forschungsarbeit ist im Spannungsfeld der ästhetischen Bildungsforschung (Kulturelle Bildung), der empirischen Sozialforschung und der Besucherforschung (Audience Development) zu verorten.

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Studienabschluss
M.A. Magistra Artium (Allgemeine Pädagogik)