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Fabian Hofmann

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Details
Vorname
Fabian
Nachname
Hofmann
Titel der Arbeit
Kunst-Pädagogik, Kunst-Aneignung, Kunst-Vermittlung. Fallspezifische empirische Untersuchungen zu zwei Schulklassen und einer Kita-Gruppe in Kunstausstellungen
Kurzabstract

Die Kunstbetrachtung ist zentral für die Kunstpädagogik und die Museumspädagogik. Was aber genau bei der Kunstrezeption passiert, also wie ein Kunstwerk auf eine Besuchergruppe wirkt und sich auswirkt, wie sich Besuchergruppen angesichts eines Exponats verhalten und welche Rolle Pädagogen in dieser Situation einnehmen, ist bisher kaum erforscht. Insofern ist es für beide Bereiche entscheidend, die Situation beschreibbar und wissenschaftlich wie praktisch kommunizierbar und bearbeitbar zu machen. Mit dieser Dissertation soll die Lücke zumindest ein Stück weit geschlossen werden.

Im ersten Schritt werden Begriffe und Verständnisweisen insbesondere der Interaktion (u.a. Bildung, Sozialisation, Lernen, Kommunikation) geklärt. Auch wird die Forschungslage zur angeleiteten Kunstrezeption von Gruppen bzw. zur museumspädagogischen Form „Führung“ aufgearbeitet. Dabei wurden etwa 200 Arbeiten historisch-systematisch eingeordnet und mehr als 70 Studien, die Bildungsprozesse in Museen untersuchen, im Hinblick auf ihre Fragestellung und ihr Vorgehen analysiert. Im zweiten Schritt erfolgen fallspezifische qualitative empirische Untersuchungen im Rahmen der sozialwissenschaftlichen phänomenologischen Analyse. Drei Situationen mit jeweils unterschiedlichen Kunstwerken, Gruppen, Pädagogen und Ausstellungskontexten werden untersucht. Hierfür wird die Erhebung jeweils mit Videografie und Teilnehmender Beobachtung vorgenommen. Abschließend werden mittels Interpretation fallübergreifend Strukturmerkmale rekonstruiert. In einem dritten Schritt wird in einer zusammenfassenden Auswertung ein heuristisches deskriptives Modell der ‚Pädagogischen Kunstkommunikation‘ entworfen. Es beschreibt, dass einerseits Teilnehmer eine Aneignung vollziehen, die stark von ästhetischen Erfahrungen geprägt ist, und andererseits eine Vermittlung stattfindet, die im Wesentlichen aus Wissensvermittlung und der Schaffung sowie Aufrechterhaltung pädagogischer Kommunikation besteht. Pädagogische Kunstkommunikation stellt sich dar als Koordination eines Zusammenspiels von Vermittlung und Aneignung, die performativ und sozial inszeniert ist, in der Bewegung im Raum erfolgt und angeregt durch das Original einen Dialog ermöglicht.

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Studienabschluss
M.A. (Kunstpädagogik, Kunstgeschichte, Psychologie), Dr. phil. (Kunstpädagogik)